AMC Iggingen

Alles begann im Jahr 1980, als sich eine Gruppe von ca. 15 Igginger Jugendlichen aus den Jahrgängen 1964 – 66 zu einer Clique zusammenschloss. Die meisten kannten sich schon aus Kindertagen. Jeder besaß ein Mofa oder Mokick, und jeder war mächtig stolz auf seinen "Feuerstuhl". Deshalb beschloss man, den MJC (Moped Jugend Club) Iggingen zu gründen.
 
Die Jungs waren oft auf Motorradfesten, Partys und anderen Veranstaltungen in der näheren und weiteren Umgebung unterwegs und machte auch schon Ausfahrten bis zum Bodensee. Da man aber auch selber gerne Feste feierte, die sich leider nicht von selbst finanzierten, wurde schon nach kurzer Zeit eine Vereinskasse eingeführt. Schon bald wurde klar, dass ein Clubraum her musste, und so wurde in Eigenarbeit auf dem Flurstück „Alter Stall“ am östlichen Ortsrand von Iggingen eine isolierte Holzhütte zusammengezimmert. Hier traf man sich oft sowohl unter der Woche als auch an den Wochenenden. Bei den damaligen Mitgliedern hängen viele schöne Erinnerungen an dieser Hütte. Leider brannte die Hütte am 07.08.1983 aus ungeklärter Ursache ab.

Auch schon zu dieser Zeit wurden in Done‘s (Thomas Seitzer) altem Haus in der Schönhardter Straße und in Bästele‘s (Otto Klaus) altem Haus in der Gmünder Straße Feste wie Silvesterpartys, Faschingsbälle, etc. abgehalten, die bei den Mitgliedern (und sicherlich auch bei so manchen Eltern, Nachbarn...) unvergessen sind.

Die ersten wilden Jahre vergingen wie im Flug. und Als die Ersten 18 Jahre alt geworden waren, wurden die Mokicks durch Motorräder abgelöst. Es war im Jahr 1983, als man dann beschloss, einen MC (Motorradclub) zu gründen. Der Versuch, sich mit einer Gruppe älterer Igginger zusammen zu tun, die die gleichen Pläne verfolgten, scheiterte. Diese beanspruchten das Recht auf einen MC in Iggingen für sich alleine. Eine Lösung wurde gesucht und gefunden: Nach einigem hin und her wurde dann im Jahr 1983 der AMC Iggingen als selbstständiger Verein mit Satzung gegründet. Erster "Präsi" war Gerd Endreß.

altDa man sich nach wie vor in der "Biker-Szene" aufhielt und sich behauptete (was nicht immer nur mit Debatten zu regeln war) wurde beschlossen, die Zusammengehörigkeit der Member durch das Tragen eines Colour auf der Kutte zum Ausdruck zu bringen, welches ab 1984 getragen wurde. Im selben Jahr fand auch die erste große Motorradausfahrt statt. Mit 18 Motorrädern machten sich die Jungs auf den Weg nach Spanien. Aus dieser Zeit stammt die Tradition, dass man neben einer Hauptausfahrt oder einem Hauptausflug jährlich eine Pfingstausfahrt organisiert wird, bei der Ziele in Deutschland und dem benachbarten Ausland angefahren wurden und werden. Auf den Motorradtreffen, die man anfuhr, wurden viele Freundschaften mit anderen Clubs geschlossen, die bis heute anhalten.

Oft traf und trifft man sich zum geselligen Beisammensein und zum Feiern auch auf dem Flurstück „Loidl“, südlich von Iggingen an der Bahnlinie gelegen. Früher war der MC Pächter des Grundstückes, seit vielen jahre wird der Platz allerdings vom AMC genutzt. Im Laufe der Jahre mauserte sich die "Loidl" von einer ungepflegten, von Hecken umwachsenen Wiese mit wilder Feuerstelle zu einem wahren Schmuckstück.  So wurde 1993 ein Container in die Loidl gestellt, um den dann später eine Holzhütte gebaut wurde. Außerdem wurde eine Feste Grill- und Feuerstelle, umgeben von gepflastertem Boden und Sitzbänken, angelegt. Schließlich wurde der Boden in und vor der Hütte mit Steinen gepflastert.

Im Jahre 1986 standen wieder tiefgreifende Veränderungen beim Verein an. Inzwischen hatte sich ein 2. MJC gebildet, dessen Mitglieder nun auch volljährig geworden waren und zu denen man ein freundschaftliches Verhältnis bestand. Da man sich nicht abschotten und sein eigenes Süpplein kochen wollte, beschloss man, aus dem bisherigen AMC Iggingen und dem MJC einen Verein zu machen. Dies wurde nach außen mit dem zweiten Colour, dass 1986 angefertigt wurde, zum Ausdruck gebracht. Dieses Colour tragen die Member auch noch heute auf ihren Kutten.

altMan begann jetzt neben den reinen Motorradausfahrten auch Ausflüge mit dem Bus zu organisieren, bei denen Ziele wie Lloret de Mar, die Ardeche, Ungarn, etc. angefahren wurden. Bereits im Jahr 1984 wurde das erste Motorradtreffen in der „Loidl“ abgehalten. Da die Besucherzahlen während der Jahre anstiegen und der Platz in der Loidl nicht mehr ausreichte,  wurden die Treffen auf größeren Plätzen in größerem Stil in Schönhardt und Brainkofen abgehalten.  Die großen Treffen waren bis weit über die nähere Umgebung hinaus bekannt, und Besucherzahlen von weit über 2000 Leuten waren keine Seltenheit. In den letzen Jahren ist man von den großen Treffen wieder abgekommen und Veranstaltet jetzt Treffen im eher gemütlichen Rahmen.

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Die in den ersten Jahren von großen Teilen der Dorfbevölkerung als „wilde Rockergang“ betrachtete Clique hat heute seinen festen Platz in der Gemeinde. Mit über 60 Mitgliedern und einem gesunden Altersstamm stellt der AMC Iggingen heute einen organisierten, vollwertigen Verein mit Hauptversammlungen, Vorstandschaft, Weihnachtsfeiern, Ausflügen, Jugendarbeit, Veranstaltungen, … dar, der nicht mehr aus der Gemeinde Iggingen und der Clubszene der Umgebung wegzudenken ist.

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